Finance-Aufwand pro Monat
−90 %Rechnungen entstehen aus den Verträgen. Was früher einen halben Tag dauerte, ist heute Kontrolle in unter einer Stunde.
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Manuelle Rechnungsstellung und fehlende DATEV-Anbindung kosteten das Finance-Team über 40 Stunden im Monat. Heute läuft die Abrechnung vollautomatisch – und der Cashflow steht in Echtzeit.
STECKBRIEF
VORHER → NACHHER
ZAHLEN AUS DER EIGENEN EINFÜHRUNG
Rechnungen entstehen aus den Verträgen. Was früher einen halben Tag dauerte, ist heute Kontrolle in unter einer Stunde.
Rechnungen werden mit Vertrags- oder Projektstart ausgelöst statt im Monatslauf – im Schnitt 14 Tage früher beim Kunden.
Die Stunden, die früher in Rechnungsarbeit flossen, stecken heute im Kundengeschäft.
KAPITEL 01 — AUSGANGSLAGE
Die Brainformatik GmbH, Schwesterunternehmen von brainX, entwickelt seit 2014 integrierte Unternehmenssoftware und betreut über 300 Kunden in der DACH-Region. Die eigene Verwaltung wuchs mit – nur eben nicht in einem System. Verträge lagen als PDF auf dem Netzlaufwerk, die Laufzeiten in einer Excel-Tabelle, Rechnungen entstanden aus einer Word-Vorlage, Belege gingen als Sammelmail an die Steuerberatung.
Jedes dieser Werkzeuge funktionierte für sich. Zusammen ergaben sie keinen Prozess, sondern eine Kette von Übergaben, die nur hielt, solange jemand daran dachte. Über 40 Stunden im Monat gingen für Verwaltung drauf – Zeit, die in der Wertschöpfung fehlte.
KAPITEL 02 — SELBSTVERSUCH
Bevor überhaupt über eine Umstellung gesprochen wurde, ging das Team den naheliegenden Weg: besser organisieren. Die Rechnungsvorlagen wurden vereinheitlicht, die Vertragstabelle bekam Pflichtspalten und Makros für die Fristenberechnung, Kündigungstermine wanderten als Serientermin in Outlook, jede Rechnung lief durch ein Vier-Augen-Prinzip, und ein monatlicher Jour fixe zwischen Vertrieb, Consulting und Verwaltung sollte offene Punkte auffangen.
Für ein paar Monate wurde es tatsächlich besser. Dann wuchs das Kundenportfolio weiter, zwei Kollegen wechselten die Rolle, und die Struktur begann an genau denselben Stellen zu reißen wie vorher.
01
Jede Verbesserung hing daran, dass jemand daran denkt. Bei Urlaub, Krankheit oder Rollenwechsel fiel sie sofort aus.
02
Vertragsdaten lagen im PDF, in der Tabelle und in der Rechnungsvorlage. Wer welche Version glaubt, war Verhandlungssache.
03
Auffällig wurde eine fehlende Position erst im Abschluss – oft Wochen nach der erbrachten Leistung.
04
Makros rechneten Fristen aus, aber niemand konnte daraus eine Rechnung, eine Mahnung oder einen Buchungssatz auslösen.
KAPITEL 03 — DER KIPPPUNKT
Auslöser war kein Fehler, sondern eine Rechnung, die niemandem auffiel. Ein Vertrag verlängerte sich automatisch, die Position stand nicht in der Tabelle, die Leistung wurde erbracht und nicht fakturiert. Bemerkt wurde es beim Quartalsabschluss – elf Wochen später.
In derselben Woche kam die Frage der Geschäftsführung, wie hoch der wiederkehrende Umsatz zum Jahresende liegt. Die Antwort brauchte zwei Tage Handarbeit und war am Tag der Auslieferung schon veraltet. Damit war klar: Das Problem waren nicht die Menschen, sondern die Ablage als Prozess.
WAS DER ZUSTAND REAL GEKOSTET HAT
KAPITEL 04 — DIE ENTSCHEIDUNG
Die Entscheidung war weniger selbstverständlich, als sie klingt. Wer eine Software selbst entwickelt, prüft sie im eigenen Haus am härtesten – ein Werkzeug, das den eigenen Abschluss verzögert, fällt sofort auf. Verglichen wurden deshalb drei Wege: die bestehende Excel-Landschaft mit einem Fakturatool ergänzen, eine reine Buchhaltungslösung einführen oder Verträge, Abrechnung und Buchhaltung in brainX zusammenführen.
Die ersten beiden Wege hätten die Übergaben nur verschoben. Entschieden hat der Punkt, an dem die Kette bisher immer riss: der Weg vom Vertrag zum Buchungssatz.
AUSSCHLAGGEBEND
BEWUSST AUSGESCHLOSSEN
KAPITEL 05 — DIE UMSTELLUNG
Statt die alten Strukturen abzubilden, wurde der Ablauf neu geschnitten: erst entscheiden, was künftig gilt, dann konfigurieren. Aus dem gewonnenen Deal entstehen Auftrag und Projekt, wiederkehrende und variable Positionen werden fakturiert, die Buchungssätze gehen ohne Nacharbeit an DATEV.
WOCHE 1
Alle Vertragsarten, Abrechnungszyklen und Sonderfälle kamen auf den Tisch – mit der Frage, welche davon es künftig überhaupt noch geben soll.
ERGEBNIS 6 Vertragsarten, 3 Abrechnungszyklen, 11 Sonderfälle – vier davon ersatzlos gestrichen.
WOCHE 2
Kunden, Verträge, Preise und offene Posten aus Tabelle und PDF-Ablage, inklusive Dublettenabgleich. Felder, die niemand pflegte, blieben draußen.
ERGEBNIS Über 300 Kundenakten mit vollständigen Laufzeiten, Fristen und Konditionen im System.
WOCHE 3
Abrechnungsläufe, Mahnstufen und Freigaben wurden einmal definiert – aus der Checkliste im Kopf wurde ein Regelwerk im System.
ERGEBNIS Rechnungslauf, Mahnstufen und Freigabewege laufen ohne manuelle Erinnerung.
WOCHE 4
Konten, Steuerschlüssel und Übergabeformat wurden gemeinsam mit der Steuerberatung eingerichtet und an echten Belegen getestet.
ERGEBNIS Buchungssätze gehen ohne Nacharbeit, Rückfragen der Steuerberatung sanken auf Einzelfälle.
WOCHE 6
Der erste vollständige Abrechnungslauf lief im neuen System – ohne Parallelbetrieb in Excel, mit Begleitung an den ersten drei Tagen.
ERGEBNIS Alle Rechnungen des Monats an einem Vormittag, keine Nachkorrektur.
MONAT 6
Der Monatsabschluss ist eine Auswertung, keine Aktion. Die alte Vertragstabelle wurde archiviert und nie wieder geöffnet.
ERGEBNIS 4 statt 40 Stunden Verwaltungsaufwand im Monat, keine Nachkorrektur im Abrechnungslauf.
KAPITEL 06 — IM SYSTEM
So rechnet Brainformatik heute ab: vom Vertrag bis zur Übergabe an die Steuerberatung. Animation und Ansichten stammen aus brainX APP und zeigen Demo-Daten, keine Kundendaten von Brainformatik.






Der Abrechnungsweg in fünf Schritten: Vertrag, Vertrag ändern, Rechnungslauf, Prüfen und senden, Übergabe an DATEV.
KAPITEL 07 — ERGEBNIS
Vor der Einführung gingen über 40 Stunden im Monat dafür drauf, Rechnungen zu erstellen, Buchungssätze zu prüfen und Vertragsdaten zu pflegen, heute sind es rund 4. Die freigewordene Zeit wurde nicht gestrichen, sondern umgewidmet: rund 30.000 € Lohnkosten im Jahr, die heute im Kundengeschäft Wert schaffen.
Rechnungen, Mahnungen und Reportings laufen prozessgesteuert im Hintergrund, Vertragsänderungen fließen sofort in die Kennzahlen. Tippfehler und übersehene Verlängerungen gibt es nicht mehr: Seit der Umstellung gab es keine Nachkorrektur im Abrechnungslauf. Die Frage nach dem wiederkehrenden Umsatz ist heute ein Blick auf ein Dashboard, keine Zwei-Tage-Aufgabe.

Der Monatsabschluss war früher ein Tag, heute ist er eine Auswertung.
WAS WIR AUS DER EIGENEN EINFÜHRUNG MITGENOMMEN HABEN
Die Woche, in der Sonderfälle abgeschafft wurden, hat mehr Aufwand gespart als jede Automatisierung danach.
Solange die alte Tabelle weiterläuft, pflegen Menschen beide Welten – und keine davon richtig.
Konten und Übergabeformat vor dem Go-live abzustimmen hat den ersten Abschluss unspektakulär gemacht.